Freitag

Glück

gestern, als meine Welt noch heil gewesen ist
war es mir, als ob ich glücklich sei

heute, da meine Welt in Trümmern liegt
will ich so tun, als ob ich glücklich bin

weil morgen, wenn meine Welt wieder heil sein wird
werde ich nicht mehr glücklich sein können

Dezember 2002

Dienstag

vergessen

ich will in der zeit
wieder versinken
und nicht mehr wissen
was gestern noch war
langsam im strom der minuten ertrinken
und einfach vergessen
was zwischen uns einmal war

Jänner 2003

Montag

fernöstlich?

ich bin was ich bin
und ich tu was ich tu
und manchmal da bin ich
auch das was ich tu
doch bin ich nicht ich
und tu nicht was ich tu
bleib immer noch ich
doch ich tu nichts dazu

in meinem sein will ich sein
dazu brauch ich nichts tun
denn allein in dem sein
tu ich das was ich tu
will das sein nicht mehr sein
tu ich gar nichts dazu
denn mein sein ist mein tun
und nicht das was ich tu

will im werden ich sein
und tu alles dazu
liegt darin kein werden
denn ich tu was dazu
vergiß das sein ich im werden
tu ich nicht was ich bin
denn das tun ist kein werden
bin ich nicht was ich bin

August 2007

Samstag

flackern

veröffentlicht
zur Schau gestellt
begafft, bestaunt und auch bestohlen
weggeschickt
und freigegeben
gelegentlich auch überflogen
wahrgenommen
nachgemacht
befreit, entblößt, auch in Betracht gezogen
angestarrt
herumgereicht
beschämt, benutzt und gerne auch belogen
begreifen lassen
wehrlos sein
den Blicken ausgesetzt und manchmal auch empfohlen
Kontakt gesucht
sich hingegeben
gefällig sein doch sicher nicht verstohlen
begierig nur
den Augenblick gesucht
dabei die eignen Grenzen auch betrogen
angedient
und mehr gezeigt
vor aller Augen ausgezogen

August 2007

Freitag

Nebel

Manchmal kommt vor der Zeit
Die eisige Winterkälte
Und erwischt uns im fröhlichen Farbenreigen
Dann hilft nur ein wärmender Atemhauch
Und zieht als Nebel übers Land

November 2002

Mittwoch

Geister

...
wenn Verwesende
also einst Gewesene
in Anwesen
von Abwesenden
ihr Unwesen treiben
...

2002

Sonntag

Zeit I

Kleine Kinder erinnern uns
an die Endlichkeit dieses Daseins
denn mit ihnen wächst heran
was uns bereits fehlt -
unsere Zukunft ist gestrig.

Im kurzen Rausch ihrer Jugend
keimt schon das unweigerliche Ende
und ihre Verwandlung beginnt -
darum sehen wir in ihnen
wie in einem Spiegel unser Alter.

Das Vergehen der Jahre
bringt Einsicht und Ruhe.
Ist die Jugend erwartungsvoll
so läßt das Alter wieder hoffen.

November 2002

Freitag

zu viel

ich hab zu viel gesehen,
was ich nie zu Gesicht bekommen wollte,
ich hab zu viel erlebt,
worauf ich gern verzichtet hätte,
ich hab zu viel verloren,
was unersetzlich bleiben wird -

ich hab zu viel gesagt,
was besser ungesagt geblieben wäre,
ich hab zu viel getan,
wofür ich mich noch immer schäme,
ich hab zu viel versäumt,
was nicht mehr nachzuholen ist -

ich hab zu viel empfunden,
und in Empfinden mich verloren,
ich hab zu viel gefühlt,
und den Gefühlen ihren Lauf gelassen,
ich hab zu viel gelitten
und mancher Schmerz ist mir vertraut -

ich hab zu viel geträumt,
und zehre immer noch von Träumen,
ich hab zu viel gedacht,
und denke es war nicht umsonst,
ich habe leise nur gefragt,
und bin wohl doch zu still gewesen.

Juni 2007

Freitag

eine kleine Melodie

es klingt und klingt
ich kann es hören
die Melodie will ich mir merken
sie klingt
so seid doch still!
sie ist so zart und leise
ein Kinderreim mit Glockenspiel
könnt ihr es hören?
die Töne klingen hell und klar
ein Junge spielt sie vor sich hin
und sieht mich an mit großen Augen
er spielt
und spielt es immer wieder
nur seine Hände halten still
das Glockenspiel klingt von alleine
seltsam leer sind seine Augen
und alt ist sein Gesicht
er wird nicht wieder gehen
die Melodie erzählt vom Bleiben -
und klingt so süß
erklingt verführerisch
er reicht mir seine Hand
ich schließe meine Augen

Innenleben

Die Träume Verschwinden Nicht
Doch Langsam

Entschwindet
Die Zeit
Ist Es Nur
Ein Bewußtes Befreien Des

Unbewußten Ein Gezieltes Ansteuern
Des Zufällig In Erscheinung
Tretenden Und Keine Gelegenheit
Mehr Für Das
Gelegentliche Kein Erwarten
Des Unerwarteten Ein Neuer
Beginn Für Das
Vergangene Und Ein
Neuschreiben Des Zukünftigen
Nie
Wieder Glück
Im Zeitlosen Und

Keine Zeit Für Glückseligkeit

Sonntag

the broken promise

like a dropping shadow
touching unaffectedly
she leaves just words
that time will never memorize
don't miss her tone
until she's close again
I read, I care, but can't behold
no face, no smile
but tenderness
in voiceless sentiment

Freitag

sterben

vorgeladen bin ich
nur der Hund schläft einsam unterm Tisch
im Ofen brennen Scheite
und eine Schlange frißt das Leben auf
begeistert fällt der Hunger ein
Musik zieht leise, friedlich vor sich hin
die feuchten Nebelschwaden klirren
und alte Bäume stehen kahl

vorgeladen bin ich
und die Hand fährt durch das müde Haar
Gesetze schreiben, Briefe lesen
ein Motor brummt und schiebt die Gegenwart hinaus
sie schlafen unbeirrt
und Schritte knirschen auf dem Kies
die Glocke läutet grell
verloren gehen Türen auf
zur Schau gestellt ganz unbemerkt

vorgeladen bin ich
fremde Worte suchen Wege zu sich selbst
ich kenne dich nicht mehr
die gefleckte Katze schreit erschreckt
gekränkte Eitelkeit tropft aus dem Mund
und blutig rot das Laub
verbrennen Wünsche in der Glut
zum Haufen Müll am Straßenrand

vorgeladen bin ich
der Arzt teilt Leben aus
und hat noch was zu tun
das alte Kreuz erlischt
entfernt dringt Lachen an das Ohr
schreibt mit dem kalten Wasser
und schütte es dann aus
Besuch steht vor dem Tor

Ins Nichts

fremd scheint mir dieses Leben
doch bin ich nah und betrachte
voll Verwunderung wie es sich müht
wie es probiert, doch scheitert und zerbricht
die Verzweiflung rührt mich nicht
und auch die Hoffnungslosigkeit entlockt
nicht einmal Anteilnahme -
betrachtend schleppt sich Tag um Tag
die Neugier ist schon zahm geworden
das Streben ist erloschen, so auch jeder Drang
nur noch der Wunsch dem Dasein zu entrinnen
findet die Flucht in Träumen einen Helfer
der Schlaf ist gnädig und empfängt
im Vorhof mild gestimmt, bereit
den Preis aufs Neue auszusetzen
Nacht strömt in die Adern und begreifend
sinkt ein Körper kraftlos in sich ein -
betrachtend trennt sich der Geist
von einer ausgehölten Hülle.

Mittwoch

the sea

the wind, the sea, the moon and stars
what joy should ever mend my blazing scars
when ripplets blur the ancient mind
and dying souls in every breeze
unheard, are fading into words of mindful
guests untold in years to come, to pass
and no mens end expound in reason
lest ships of hopeful fervour, steadyness
come crawling, clinging to my tears
if thoughts will echo swaying consciousness
in silence, sinking to the endless ground
shall never be forgotten in your hands in
every pebble washed ashore, so cast it
to the sea in time and harvest quietude
for in every distant gust, behold the glister
as a last salute - as I shall no longer
hold my soothing grip and drown

Sonntag

erzähl mir nicht

erzähl mir nicht
du willst mir helfen
erzähl mir nicht
dir fällt nichts ein
erzähl mir nicht
wie sehr du mich benötigst
erzähl mir nicht
ich schaff es auch allein
erzähl mir nicht
du kannst nicht weiter
erzähl mir nicht
dein Leben ist zu klein
erzähl mir nicht
daß du mich gern hast
erzähl mir nicht
es kann nicht sein
gib nicht mir die Schuld an unserm Scheitern
und deine Freundlichkeit pack wieder ein
du willst nicht mich und weißt es
wir werden keine Freunde sein

erzähl mir nicht
von einem andern Leben
erzähl mir nicht
es hat nicht sollen sein
erzähl mir nicht
ich hätte mich verändert
erzähl mir nicht
ich lasse dich nicht rein
erzähl mir nicht
du fühlst dich hilflos
erzähl mir nicht
daß unsre Wege sich entzwein
willst du vor mir etwas rechtfertigen
soll ich dir am Ende gar verzeihn
ich sehe keinen Fehler
wenn wir im Leben Schwächen zeigen

erzähl mir nicht -
du hast dich längst entschieden
erzähl mir nicht
du forderst gar nichts ein
erzähl mir nicht
ich könnte was verändern
erzähl mir nicht
komm, laß es lieber sein
du versteckst dich hinter all den Worten
es ist doch längst nur fahler Schein
ich hab es lange nicht begriffen -
die Zukunft wird sehr einsam sein

Freitag

nicht meine Tage, nicht meine Zeit

haunted, so fühle ich mich...
meine kleine Welt, mein kleiner Käfig hat an Raum verloren
ist enger geworden...

wie kann ich mich noch schützen?
verweigern, entziehen, vorenthalten
mich mir selbst vorenthalten, mich meinen Gedanken und Gefühlen verweigern
mich meinen Träumen entziehen -
doch sind gerade die durch ihre bittere Süße etwas, das ich nicht loslassen will
in meinem Herzen gibt es eine Spur
eine Spur, die nicht vergeht
wie heute Nacht
ich fürchte die Nacht, ich fürchte den Schlaf
bis mein Widerstand müde wird
dann schließe ich meine Augen
um zu sehen
eine andere Welt zu sehen

ich liebe sie
ich bin ein Teil von ihr
verlorene Tage
erinnere ich mich an das Leben
lächelnde Augen meiner Vergangenheit
ich dachte, ich sähe die Zukunft, war mir sicher
sollte ich mich so getäuscht haben?
täuschen, tauschen, ja was habe ich denn vertauscht
und wann und wofür habe ich mein Leben getauscht
die Narben sind da
träume ich mich selbst - was bin dann ich?
was für eine Frage, doch keine Antwort
nicht meine Tage, nicht meine Zeit

Donnerstag

stille Tage

keine Aufgeregtheit, keine Ablenkung,
ruhig werden, offen sein,
Schönheit sehen,
Gedanken ziehen, Eindrücke bleiben,
Erinnerung an morgen,
gefühlte Zeit, verloren,
mit wachem Sinn,
wir, du ich, dort
und hier,
kein Schmerz, keine Veränderung,
Gedanken werden,
Erinnerung

Sonntag

"ich weiß"

"ich weiß" -
ein Traum und dennoch Wirklichkeit
hast du die Worte nie gesprochen
und trotzdem prägen sie
mein Bild von dir
keine Erinnerung hält sie mir fest
und bindet sie an eine Zeit
wo sie verlöschen und zerfallen
nein, diese Worte bleiben mir
"ich weiß" -
es fällt mir schwer, dich zu beschreiben
was soll ich nur erwähnen, was laß ich aus
worauf vergesse ich sogar
und war mir dennoch nah und wichtig
wo fang ich an und
wo verlier ich mich in der Erinnerung?
wie könnten meine Worte dich erschaffen
wie kann gewesen sein, was niemals war

"ich weiß" -
wie wichtig war es mir
dir endlich zu gestehen "ich liebe dich"
und du?
was hättest du mir sagen sollen
und dennoch deine Würde wahren?
mir etwas zu versprechen
mir Hoffnung machen oder
durch zartes Schweigen

meine Zweifel noch bestärken?
"ich weiß" -
ein Engel sprach zu mir
und ließ mir damals meine Träume
nahm mich für Momente an der Hand
und Wunderbares war zu ahnen
mein Leben hast du nun gestreift
und es für immer umgeworfen
auch ich weiß heut
und spüre nun die Narben

Montag

Edition Nouveau Cinq


Geister

...
wenn
Verwesende
, also
e
inst Gewesene
in
A
nwesen

von Abwesenden

i
hr Unwesen
treiben

...


Freitag

Kinderklinik

großer Auftritt, Kinderhände
falscher Zauber, tränenfroh
manche Worte an den Wänden
Glück ist so, und manchmal so

süße Torten und Girlanden
strahlen Augen unbeschämt
rotes Leben in den Wangen
unsre Freude bleibt gelähmt

weiße Schläuche, kahle Köpfe
echtes Leiden, Teddybär
Monitore, Kabel, Knöpfe
Leben kommt von Innen her

tiefes Seufzen, doch schon müde
und die Kraft ist nicht mehr da
Schmerz und Trauer, kommt in Schüben
gibt es noch ein nächstes Jahr?

Kinder kommen, Eltern gehen
neu ist dieses letzte Haus
Ärzte schweigen, Blicke flehen
rauchend geht die Kerze aus

Montag

in Sicherheit

dein Schatten fällt mir aus der Hand
ich fahre auf bestürzt
und greife in die Leere
ich blick mich um
und suche Rat
doch meine Hand bleibt leer

dein Schatten fiel mir aus der Hand
noch kann ich es nicht glauben
ein kurzer Augenblick der Unaufmerksamkeit
kann es doch nur gewesen sein
denk ich
doch meine Gefühle ziehen Kreise

dein Schatten fiel mir aus der Hand
doch wird er nicht zerbrochen sein
so stehe in Gedanken ich verloren
ich werd ihn später suchen
und auch finden
doch mein Sinnen ist nicht klar

dein Schatten fiel mir aus der Hand
darum schreib ich deine Blicke nieder
und geb dein Lächeln in ein Glas
und stelle beides ins Regal
da sind sie sicher
(doch nicht länger mehr bei mir)

Donnerstag

Absicht

"ich wollt doch nur..."
hör ich mich sagen
nur klingt es feig und voller Schuld
als hätt ich Angst
vor Dir
und müßte mich erklären
wofür?
daß ich dich liebte?
das war kein Vergehen!
ich habe dich auf meine Art sogar verehrt
mein Engel warst du -
ja ich weiß
dagegen hast du dich gewehrt
und wolltest nie dort oben stehen
schon damals hattest du die Angst
zu fallen
und wieder in das Nichts zu stürzen
"ich wollt doch nur..."
das wir nicht mehr zusammen sind
ist traurig und tut weh
doch meine Fehler waren
nicht allein der Grund
auch du hast manches nur probiert
und nicht geschafft
werf ich es dir nun vor?
"ich wollt doch nur..."
kann im Versuchen so viel Falsches liegen
zählt nicht die Absicht?
ach, ich weiß, dir hat es nicht gereicht
willst du mich dafür prügeln?
denn jedes Wort
trifft wie ein Schlag
und steckt so voller Leid
ist nur mehr das von uns geblieben?
sieht deine Erinnerung so schrecklich aus
an unsre Zeit
als wir einander unser Scheitern
mit einem Lächeln noch verziehen?
ich wollt doch nur...

Dienstag

Edition Nouveau Trois

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Freitag

Einsamkeit

schwarze Gedanken werfen dunkle Schatten in den Geist
der Zweifel läßt nicht los
und Hoffnungslosigkeit befällt das Leben
die Angst, die keimt -
bestürzt die Nichtigkeit des Strebens?


schwarze Zweige werfen dunkle Schatten auf den Boden
doch bleiche Wolken ziehen auf
den Mond bedecken silbrig graue Schleier
der Nebel steigt -
verwirrt das Lösen der Konturen?


schwarze Gitter werfen dunkle Schatten in die Nacht
die kalte Luft fällt gierig ein
das blasse Licht erhellt den alten Kies
die Stille schweigt -
erleichtert kehrt in die Gedanken wieder Ruhe ein